
Aller Anfang ist schwer
– das besagt ein deutsches Sprichwort. Japaner scheinen den Spruch nicht zu kennen. Denn der Einstieg, den Produzent Yoshinori Kitase für den neuesten „Final Fantasy“-Ableger gewählt hat, ist denkbar simpel. Einen guten Orientierungssinn benötigen Sie nicht – Sie durchlaufen zunächst nur schlauchartige Level. Enge Abschnitte, die keinerlei Geheimnisse bergen. Hier und da taucht ein Gegner auf. Einen Tastendruck später gibt ihm Ihr Held Saures, beinahe automatisiert. Das war’s spielerisch dann auch schon. Filmsequenzen füllen die anderen 50 Prozent der Spielzeit. Die atemberaubenden Szenen lenken ab vom ansonsten öden Geschehen. Und sie erzählen die Geschichte des neuen „Final Fantasy“-Ablegers.
Um nichts vorwegzunehmen, zur Story nur so viel: Das Schicksal führt sechs Menschen zusammen – die Rotzlöffel Hope Estheim und Oerba Dia Vanille, die Amazone Oerba Yun Fang, den selbstverliebten Schönling Snow Villiers, die Ex-Soldatin Lightning und das wandelnde Vogelnest Sazh Katzroy, in dessen überdimensionaler Afro-Frisur ein Chocobo-Küken haust. Sie alle geraten in den Konflikt zwischen zwei Parteien. Zunächst kämpft jeder für sich, teilweise agieren die Protagonisten sogar gegeneinander. Im weiteren Spielverlauf schweißen schicksalhafte Ereignisse die Sechs jedoch zusammen. Die Geschichte ist serientypisch kitschig inszeniert, bleibt jedoch über die gesamte Spielzeit interessant, da sie deutlich intensiver ist als die Story des Vorgängers. Etwas blass wirken nur die Gegenspieler. Fieslinge vom Schlage eines Sephiroth („Final Fantasy 7“) suchen Sie vergebens. „Final Fantasy 7“ bleibt in puncto Emotionen also unerreicht.
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Posted by Björn
Mär 11, 2010